Stillen in der Öffentlichkeit #ichstillwoichwill: Warum deine Superkraft sichtbar sein darf
Ein sonniger Nachmittag, ein hungriges Baby, eine Parkbank. Eigentlich der natürlichste Moment der Welt. Und doch erleben viele Mütter beim Stillen in der Öffentlichkeit noch immer böse Blicke, Beschämung oder sogar einen Platzverweis.

Der Vorfall in Saarbrücken, bei dem eine Mutter aus einem Einkaufszentrum verwiesen werden sollte, weil sie ihr Kind stillte, hat mich wütend und traurig gemacht. Er ist ein Weckruf: Stillen ist kein Vergehen, kein Tabu und keine Provokation. Stillen ist deine Superkraft. So lautet auch das Motto der Weltstillwoche 2026.
Mehr als Ernährung: Die Superkraft für Mutter und Kind
Muttermilch ist mehr als eine Mahlzeit: Sie passt sich an die Bedürfnisse deines Babys an. Doch die wahre Magie liegt in der Bindung beim Stillen. Nähe, Wärme und Blickkontakt lassen Oxytocin fließen, Herzschläge synchronisieren sich, Urvertrauen entsteht. Diese verlässliche Co-Regulation kann die Grundlage für emotionale Stabilität legen, die ein Kind weit über die Stillzeit hinaus begleitet.
#ichstillwoichwill: Eine Bewegung macht Stillen sichtbar

Was in Saarbrücken mit einem Protest begann, ist heute eine bundesweite Bewegung. Mit eindrucksvollen Fotoaktionen holt „Ich still, wo ich will“ das Stillen dorthin zurück, wo es hingehört: mitten ins Leben, in Parks, Bussen, Museen und Fußgängerzonen. Diese Bilder nehmen Scham und schaffen Akzeptanz.
Die Fotos in diesem Beitrag stammen von der Kölner Initiative „Ich still, wo ich will“ (@ichstillwoichwillkoeln) und wurden von der Fotografin Thea Späth (@thea.graphie) aufgenommen. Ein herzliches Dankeschön für die tolle Zusammenarbeit und dafür, dass wir die Bilder zur Weltstillwoche nutzen durften!
Mein Weg als Stillexpertin: Vom Umdenken zum Auftrag

Ich muss ehrlich sein: Auch ich war nicht immer frei von Berührungsängsten. Obwohl ich als Kinderkrankenschwester alles über die medizinische Seite wusste, fühlte es sich früher manchmal befremdlich an, unterwegs eine stillende Frau zu sehen. Erst mit meinen eigenen Kindern hat es „Klick“ gemacht: Ich esse unterwegs ja auch einfach mein Brötchen. Warum verlangen wir von unseren Babys etwas anderes?
Heute ist es mir ein Herzensanliegen, dieses Bewusstsein weiterzutragen. Dabei weiß ich aus meiner Stillberatung: Die Stillreise verläuft nicht immer ohne Hürden, und direktes Stillen ist nicht für jede Mutter und jedes Baby von Anfang an oder vollständig möglich. Deshalb unterstützen wir bei Ardo jede Mutter dort, wo sie steht, ohne Bewertung. Mit Fachwissen, Empathie und durchdachten Produkten, von der Milchpumpe bis zum Stillzubehör.
Häufige Fragen zum Stillen unterwegs
Darf ich in der Öffentlichkeit stillen?

Ja. Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das Stillen in der Öffentlichkeit verbietet. Dein Baby darf überall essen, wenn es Hunger hat.
Was hilft mir, wenn ich beim Stillen unterwegs unsicher bin?

Such dir einen Platz, an dem du dich wohlfühlst, und trag bequeme Kleidung, die sich leicht öffnen lässt. Ein Stilltuch kann helfen, muss aber nicht sein. Du musst dich für nichts verstecken.
Lass uns das Stillen gemeinsam sichtbar machen

- An alle Mütter: Nutzt eure Superkraft stolz und ohne Zögern. Ihr tut das Beste für euer Kind!
- An die Gesellschaft: Lasst uns Hingucken neu lernen, mit Respekt, Offenheit und Unterstützung.
Folgt der Bewegung auf Instagram unter @ichstillwoichwill, teilt eure Erlebnisse und lasst uns Räume schaffen, in denen sich jede Mutter willkommen fühlt.
#ichstillwoichwill mit meiner Superkraft.
Bildnachweis: Thea Späth (@thea.graphie), Initiative „Ich still, wo ich will“ Köln

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