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Alkohol, Koffein und Nikotin in der Stillzeit

Mit Deiner Muttermilch versorgst Du Dein Baby optimal mit allen Nährstoffen, förderst seine Gesundheit und vermittelst ihm Sicherheit und Geborgenheit. Doch Du überträgst mit Deiner Milch auch ungesunde Substanzen an Dein Baby, die ihm schaden können. Wenn Du zum Beispiel Alkohol in der Stillzeit konsumierst, dann enthält auch Deine Muttermilch Alkohol. Die Konzentration in der Muttermilch entspricht etwa dem Blutalkoholspiegel. Zugleich haben Alkohol, Koffein und Nikotin negative Auswirkungen auf den Milchspendereflex und beeinträchtigen damit das Stillen.

Rauchen und Nikotinkonsum

Viele wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Rauchen während der Stillzeit einen negativen Einfluss auf die Stillpsychologie, die Zusammensetzung der Muttermilch und auf die Gesundheit des Babys haben kann.

Raucht die Mutter während der Stillzeit, so wird das Kind mit fettlöslichen Tabakinhaltsstoffen belastet, da diese in die Muttermilch übertragen werden. Die aufgenommene Nikotinmenge ist von der Anzahl der vor dem Stillen gerauchten Zigaretten abhängig. Nikotin hat in der Milch etwa eine Halbwertszeit von 1,5 Stunden. Als Folgen der Nikotinaufnahme mit der Muttermilch treten beim Baby Unruhe, Übelkeit, Erbrechen, Koliken, geringes Saugvermögen und Bauchkrämpfe auf. Es kommt bei Babys von Raucherinnen auch häufiger zu Atemwegserkrankungen.

Mit dem Rauchen vor einer geplanten Schwangerschaft aufzuhören stellt sicher das Optimum für die kindliche und mütterliche Gesundheit dar, aber nicht alle Frauen bewältigen den Nikotinentzug. Solltest Du weiterhin rauchen tue dies unbedingt nach dem Beenden der Stillmahlzeit und vor allem im Freien! Ziehe Dir Kleidung über, bedecke Deine Haare mit einer Mütze. Diese Kleidungsstücke solltest Du dann in einem separaten Raum aufbewahren, in dem Dein Baby sich nicht aufhält. Gründliches Händewaschen nach dem Rauchen ist erforderlich.

In Untersuchungen wurde deutlich, dass Raucherinnen, die stillen, ihren Nikotinkonsum deutlich reduzierten, wenn sie nur nach dem Stillen rauchen und dafür nach draußen gehen. Da die entspannenden Hormone während des Stillens das Verlangen nach Nikotin reduzieren und die Stillhäufigkeit in den ersten Monaten wenig Raum zum Rauchen ermöglichen, liegen die gesundheitliche Vorteile durch das Stillen für Mutter und Baby klar auf der Hand.

Alkohol

Alkohol geht wie oben erwähnt, direkt in die Muttermilch über. Die höchste Konzentration wird 30-60 Minuten nach Einnahme des Alkohols in der Muttermilch erreicht. Auswirkungen bei der Mutter sind:

  • Das Absinken des Prolaktin- und Oxytocinspiegels, so wird weniger Milch produziert und der Milchfluss verringert sich.
  • Die Alkoholkonzentration kann den Geschmack der Muttermilch verändern und zu Trinkschwierigkeiten beim Kind führen.
  • Beim Baby verlangsamen sich Such-, Saug- und Schluckreflexe und es kann nicht effektiv an der Brust trinken.
  • Der Alkoholgeschmack bewirkt beim Baby, dass dieses zu Beginn der Stillmahlzeit rasch, aber weniger trinkt.
  • Danach schläft das Kind zwar schneller ein, hat aber insgesamt eine verkürzte Schlafdauer. Infolgedessen kommt es zu einer verminderten Gewichtszunahme und gestörten motorischen Entwicklung.
  • Der Schlaf-Wach-Rhythmus und die gesundheitliche Entwicklung des Kindes werden negativ vom Alkohol beeinflusst.


Regelmäßiger, massiver Alkoholgenuss stellt ein toxisches Risiko für den Säugling dar,
gleichzeitig ist mit einer Laktationshemmung (zu wenig Muttermilch) zu rechnen. Alkohol in größeren Mengen kann den Milchspendereflex hemmen, indem die Milchproduktion/Milchbildung gestört wird.


In der „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" von Schaefer, Spielmann und Vetter, eine Datensammlung, mit der medizinische Fachpersonen arbeiten, steht dazu als Empfehlung für die Praxis:

„Gelegentlicher geringer Alkoholgenuss (zum Beispiel 1- bis 2-mal wöchentlich 1 Glas (100 ml) Sekt) ist kein Stillhindernis. Wie bereits in der Schwangerschaft sollte auch die Stillende möglichst wenig Alkohol zu sich nehmen. Bei chronischem oder exzessivem Alkoholkonsum muss abgestillt werden."

Koffein

Die Wirkstoffe von Kaffee, Tee (Schwarztee, grüner Tee, Eistee), Cola und Energydrinks gehen ebenfalls in die Muttermilch über. Diese Getränke sollten lieber nach dem Stillen konsumiert werden.


Koffein und Teein können ebenso wie Rauchen und Alkohol den Milchspendereflex verzögern oder verhindern. Dies gilt auch für Medikamente mit einem Koffeinanteil. Da Koffein und Teein vom Baby langsamer abgebaut werden als von der Mutter, ist auf eine möglichst lange Zeit zwischen der Aufnahme und der nächsten Stillmahlzeit zu achten.


Wie viel Kaffee ist in der Stillzeit erlaubt?

Eine Tasse Filterkaffee (125 ml) enthält 80 bis 120 mg Koffein, 2 bis 3 Tassen davon pro Tag werden nach derzeitigem Kenntnisstand als unproblematisch angesehen.

Werden mehr als 2-3 Tassen Kaffee (300 - 450 ml) getrunken, kann sich das Koffein auf den Körper des Babys übertragen. Die Babys haben dann weit geöffnete Augen und sind lebhaft und munter, was sich bis zu Unruhe und Schlaflosigkeit steigern kann. 



Während der Stillzeit solltest Du daher auf Rauchen und Alkohol verzichten und Deinen Koffein-Konsum einschränken.

Lass Dich gern persönlich zu diesen Themen von einer Stillexpertin beraten!

Ich wünsche Euch eine kuschelige Stillzeit,

Eure Nancy