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Stillen nach Brustoperationen

Es gibt verschiedene körperliche oder psychologische Gründe für Brustoperationen, sei es eine Brustvergrößerung oder Brustverkleinerung oder gar eine Operation aufgrund von Brustkrebs. Welche Auswirkungen eine Brustoperation auf das Stillen eines Babys haben kann und worauf Ihr ggf. achten solltet, haben wir hier für euch zusammengestellt.

Die Brustvergrößerung

Zur Brustvergrößerung gibt es verschiedene Operationstechniken und Schnittführungen, die auch einen Einfluss auf den Stillerfolg haben.


1. Inframammäre Schnittführung

Bei dieser Operationstechnik wird zunächst in die Brustumschlagfalte geschnitten, um anschließend ein Implantat einzusetzen. Brustimplantate werden entweder hinter der Brustdrüse oder hinter Drüse und Muskel platziert. Vorteilhaft ist hier, dass Mamille, Areola (Brustwarzenhof), Milchgänge und Milchdrüsen in der Regel nicht verletzt werden und somit eher keine mangelhafte Laktation aufgrund der Brustvergrößerung zu erwarten ist.

Dennoch können aber Komplikationen, wie z.B. Wundheilungsstörungen, Probleme mit dem Implantat u.a. bei der Operation und auch im weiteren Verlauf auftreten, wie bei jedem anderen chirurgischen Eingriff auch.


2. Periareoläre Schnittführung

Hierfür wird ein Halbkreis oder Kreis um die Areola gezogen. Diese Vorgehensweise wird vor allem dann angewandt, wenn auch die Brustwarzen in Form oder Position verändert werden. Bei dieser Technik ist zwar der Schnitt kaum sichtbar, es besteht aber ein deutlich höheres Risiko für mangelnde Bildung von Muttermilch, da wichtige Nerven und Milchgänge durch den Schnitt geschädigt werden können. Werden die Milchgänge verletzt kann es später beim Stillen zur Komplikationen kommen: Entweder kann sich die Milch nur dort entleeren, wo die Milchgänge intakt sind, oder der Milchspendereflex ist durch Nervenschädigungen beeinträchtigt.

Dort, wo die Milchgänge nicht intakt sind, kann es zu einem Milchstau kommen.

Die Brustverkleinerung

Große Brüste können starke Beschwerden bereiten, da sie zu, Ekzemen in der Brustumschlagfalte oder Haltungsfehlern führen können und Rückenschmerzen verursachen. Sportliche Aktivitäten können beeinträchtigt sein und auch das individuelle ästhetische Empfinden spielt eine Rolle. Betroffene Frauen entscheiden sich daher häufiger für eine operative Brustverkleinerung, auch Brustreduktion genannt..

Wie erfolgt die Brustverkleinerung?

Um die Brust zu verkleinern, werden Fett- und Brustdrüsengewebe entfernt. Die Schnittführung erfolgt hier immer um die Brustwarze herum und es wird die sogenannte Stieltechnik angewandt. Dabei wird die Brustwarze abgehoben und für das optische Ergebnis meist versetzt.

Auswirkungen auf die Stillfähigkeit

Das Entfernen von Brustdrüsengewebe kann dazu führen, dass die Milchbildung (Laktation) zu gering ausfällt.

Das Abheben der Brustwarze zieht Verletzungen von Nerven und Milchgängen nach sich. In einigen Fällen regenerieren sich Nerven und vereinzelt können sich auch neue Verbindungen von Milchgängen

entwickeln. Es bleibt jedoch meist reduziert und führt so zu Problemen, den Milchspendereflex auslösen zu können, da die Nervenbahnen den wichtigen Reiz an der Brustwarze nicht weiterleiten und so auch die Ausschüttung der wichtigen Stillhormone Oxytocin und Prolaktin ausbleiben oder zu gering erfolgen. Aufgrund dieser Beeinträchtigungen kann es zu einem initial verstärkten Milcheinschuss und zu Milchstausituationen kommen.

Wenn Du eine Schwangerschaft planst, solltest Du bis nach der Stillzeit mit diesem Eingriff warten. Lass Dich beim Stillen Deines Babys von einer Stillberaterin begleiten, um mit der großen Brust gut stillen zu können.

Hast Du die Brustreduktion schon durchführen lassen, nimm möglichst früh in Deiner Schwangerschaft Kontakt mit einer Stillberatung auf, um in eine gute Stillzeit starten zu können. Auch wenn Hindernisse aufgrund des Eingriffs zu erwarten sind, gibt es viele wichtige Tipps und Tricks, um für Dich und Dein Baby die bestmögliche Still-Situation zu schaffen.

Stillen nach Brustkrebs

Es gibt Frauen, die gern und vor allem erst recht nach einer überstandenen Brustkrebserkrankung stillen wollen. Da stellt sich oft die Frage, ob das möglich ist. Mit der intakten Brust kann tatsächlich meist voll gestillt werden. Die erkrankte Brust kann aufgrund des operativen Eingriffs, der Strahlentherapie und auch der Chemotherapie häufig kaum bis überhaupt keine Muttermilch bilden.

Hier gilt das Hauptaugenmerk der Gewichtsentwicklung Deines Babys, welches durch Deine Hebamme regelmäßig kontrolliert wird. Nutze bitte unbedingt schon früh in Deiner Schwangerschaft die Stillberatung, um optimal vorbereitet in die Stillzeit zu gehen, denn so können Unwegsamkeiten beseitigt werden.

Hormontherapie nach Brustkrebserkrankung

Einige Frauen müssen fünf bis zehn Jahre spezielle Hormonpräparate einnehmen, welche mit dem Stillen nicht vereinbar sind. Hier kann ein frühzeitiges Gespräch mit dem behandelnden Onkologen hilfreich sein, um die Möglichkeit einer Therapiepause während der Stillzeit zu besprechen. Die hormonelle Situation während der Stillzeit bringt zahlreiche gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind mit sich, sodass eine Abwägung sinnvoll ist.

Fazit

Lass Dich umfassend von Deinen behandelnden Ärzten, Deiner Hebamme und einer Stillberaterin informieren, um den für Dich und Dein Baby passenden Weg zu finden. Nutze diese Angebote möglichst früh, denn dann sind die Hindernisse nur halb so hoch! Dein Baby wird Dich und Deine Brust lieben, egal welche Form sie hat.

Ich wünsche Dir eine schöne Schwangerschaft und eine kuschelige Stillzeit,

Deine Nancy