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Stillen mit Flach- oder Hohlwarzen

Sollte Deine Brustwarze nicht deutlich geformt sein oder nicht deutlich zu erkennen sein, dann wird schnell von einer Flach- oder Hohlwarze gesprochen.

Jedoch verändert sich die Elastizität der Haut in der Schwangerschaft hormonell bedingt und die Brust kann deutlich an Größe zunehmen, was unter Umständen dazu führt, dass Bindegewebsfasern durch Verwachsungen verkürzt sind.

In diesem Fall benötigt die Brustwarze Training, so wie beim Sport.

Sollte Dir schon in der Schwangerschaft auffallen, dass die Brustwarze viel Stimulation benötigt, um hervorzutreten oder geformter zu sein, dann ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit eine flache Brustwarze, auch Flachwarze genannt.

Die Bindegewebsfasern müssen gedehnt werden!

Wenn Dein Baby geboren ist, sollte es möglichst für die nächsten zwei Lebensstunden und überwiegend auch in den folgenden Tagen im Haut-zu-Hautkontakt mit Dir verweilen.

So unterstützen die darüber stimulierten Hormone das erste Stillen an der Brust und das Baby wird Deine Brust, die Du mitbringst, kennenlernen.

Das beste Training erfolgt durch das häufige Stillen.

Wie erkennst Du eine Hohlwarze?

In diesem Fall ist die Brustwarze entweder nicht zu erkennen, sieht eingezogen aus ,lässt sich auch nicht formen oder sie tritt nach Stimulation noch stärker ins Innere. Auch in dieser speziellen Situation sollte möglichst so verfahren werden, wie bei einer Flachwarze.

Mutter und Baby benötigen viel Zeit, um sich kennenzulernen und auch, um das Stillen zu erlernen.

Wie kannst Du mit einer Flach- oder Hohlwarze stillen?

Da Dein Baby beim Trinken viel Brustgewebe in den Mund bekommen muss, hängt der Stillerfolg bei flachen Warzen davon ab, ob Deine Brust in der Nähe der Mamille (Brustwarze) weich genug ist, um viel Gewebe mit dem Mund erfassen zu können. Gelingt dies dem Baby, ist ein problemloses Stillen möglich.

  • Unterstütze die weite Öffnung des Mundes Deines Babys.
  • Stimuliere kurz Deine Brustwarze zur Aufrichtung vor dem Anlegen. Biete Deinem Kind die Brustwarze an, sodass die Brustwarze aufgerichtet bleiben kann.
  • Auch das Tragen der Niplette oder von Brustschildern kurz vor den Stillmahlzeiten kann hilfreich sein.

Befindet sich Dein Baby in einer guten Stillposition und ist korrekt angelegt, verursachen viele Formen von Flach- und Hohlwarzen keine Stillprobleme.

Korrekte Anlegetechnik

Besonders beim Stillen mit Flach- und Hohlwarzen sind daher ein gute Stillposition und die korrekte Anlegetechnik die wichtigsten Voraussetzungen für eine angenehme Stillzeit.

Versuche vor allem in den ersten Stunden, das intuitive Stillen zu nutzen.

Gutes bzw. korrektes Anlegen bedeutet, dass der Mund und die Zahnleisten des Babys vollkommen über die Brustwarze hinüberreichen und den Brustwarzenhof umfassen, damit das Baby wirkungsvoll an der Brust saugen kann.

Was kannst Du tun, wenn das Stillen nicht gut funktioniert?

In den ersten zwei Lebenstagen kannst Du die Kolostrum-Mengen von Hand entleeren und dem Baby mit einem Löffel verabreichen.

Das sorgt für die benötigte Energie beim Baby, unterstützt den Stillbeginn und sorgt für die weitere Muttermilchbildung.

Darüber hinaus kannst Du mit einer elektrischen Milchpumpe die flache Brustwarze über das Abpumpen formen und für die Bildung und Gewinnung von Muttermilch sorgen.

Jedoch sollten weitere Stillversuche im Vordergrund stehen, um Dich, Dein Baby und Deine Brust ein Team werden zu lassen.

Bei vorhandenen Hohlwarzen kann der Einsatz eines Saughütchens aus dünnem Silikon notwendig sein. In den ersten zwei Lebenswochen Deines Babys solltest Du möglichst zwei Mal täglich zusätzlich zur Verwendung des Stillhütchens abpumpen.

Lasse Dich zur Verwendung des Stillhütchens und zum korrekten Anlegen unbedingt von einer Still-Expertin beraten!

Viel Erfolg und eine kuschelige Stillzeit,

Eure Nancy