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So klappt es mit dem Stillen

Hungerzeichen des Babys

Jedes Neugeborene ist ein Individuum und hat seinen eigenen Wach-Schlaf-Rhythmus. Auch der Zeitpunkt und die Zeitdauer der Nahrungsaufnahme sind verschieden. Wenn Du oft mit Deinem Baby zusammen bist, z. B. durch 24-Stunden-Rooming-in, lernst Du es rasch kennen und seine Sprache verstehen. So kannst Du die ersten Hungerzeichen beobachten und es nach seinem Bedarf stillen.

  • Lecken an den Lippen
  • Schmatzende Geräusche
  • Saug- und Suchbewegungen
  • Saugen an Fingern / Hand
  • Herausstrecken der Zunge
  • Unruhe
  • Weinen als spätes Zeichen, das Anlegen ist dann oft schwieriger
Baby anlegen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Dein Baby anzulegen. Du kannst Dein Baby die Brust selber fassen lassen (intuitives Stillen) oder es beim Anlegen aktiv unterstützen. Beim intuitiven Stillen werden die natürlichen Reflexe des Babys genutzt. Es bewegt sich zur Brust und fasst diese von selbst.

Intuitives Stillen / Bauchstilllage
Du sitzt halb aufrecht oder liegst mit erhöhtem Oberkörper und stützt dich auf Kissen bequem ab. Das Baby liegt nackt oder bekleidet bäuchlings auf Deiner nackten Brust.

Warte einfach ab, was Dein Baby macht. Wenn es hungrig ist, wird es beginnen die Brust zu suchen und nach ein paar Anläufen von selber andocken. Lasse ihm Zeit, ändere vielleicht noch einmal ein wenig die Position des Babys.

Aktives Anlegen

Hat Dein Baby Mühe die Brust zu fassen, kann es hilfreich sein, das Baby beim Andocken aktiv zu unterstützen.

Halten der Brust:

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Halte Deine Brust mit der freien Hand so, dass vier Finger sie unten gut stützen. Der Daumen wird oberhalb des Warzenhofes positioniert.

Ist die Brust gespannt und hat Dein Baby Mühe genügend Brustgewebe in den Mund zu nehmen, kann es helfen, die Haut leicht nach vorne zu schieben. Der Warzenhof wird so dehnbar und vereinfacht dem Baby das Andocken.

Anlegen des Babys

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Positioniere Dein Baby so, dass die Brustwarze in Richtung Nase zeigt. Der Kopf ist leicht nach hinten geneigt. Das Kinn und die Unterlippe berühren die Brust.

Die Brustwarze berührt die Oberlippe des Babys. Dadurch öffnet das Baby den Mund weit.

Wenn der Mund weit offen ist, führe das Baby durch eine schnelle aber sanfte Bewegung zur Brust. Das Baby hat die Brustwarze mit einem grossen Teil des Warzenhofes im Mund. Unter- und Oberlippe sind ausgestülpt, Kinn und Nasenspitze berühren die Brust.

Entsteht zu Beginn des Anlegens ein intensiver Anfangsschmerz, ist das Baby nicht optimal angelegt. Löse es von der Brust und lege es erneut an.

Dauer einer Stillmahlzeit

Die Stilldauer ist abhängig vom Temperament und Alter Deines Babys. Sie beträgt zwischen wenigen bis 20 Minuten pro Seite. Biete dem Baby beide Brüste an. Wenn es nach einer Brust satt ist, gib ihm bei der nächsten Mahlzeit die andere Brust zuerst. Achte auf Schluckgeräusche und Saugintensitäten Deines Babys. Kurze schnelle Bewegungen am Anfang bringen die Milch zum Fliessen und langsameres, intensiveres Saugen mit Schluckgeräuschen signalisiert Dir, dass Dein Baby Muttermilch erhält. Im Alter von 2 bis 4 Monaten saugen die Babys effizienter und die Dauer einer Stillmahlzeit ist kürzer.

Sanftes Lösen von der Brust

Löse das Vakuum, bevor Du Dein Baby von der Brust nimmst. Dazu schiebe einen Finger sanft zwischen die Brust und den Mundwinkel Deines Babys. Ist das Baby satt, lässt es die Brust meist von alleine los.

Stillrhythmus

Der Stillrhythmus ändert sich im Laufe der Entwicklung eines Babys immer wieder – mal will es häufiger, mal weniger häufig gestillt werden.

Es ist normal, dass Dein Baby ab dem ersten Lebenstag 8 bis 12 Mal innerhalb von 24 Stunden gestillt werden möchte. Dazu gehört in den ersten Lebenswochen auch das Stillen in der Nacht. In dieser Zeit gibt es Perioden, in denen das Baby vor allem abends stündlich gestillt werden möchte (Clusterfeeding). Das ist völlig in Ordnung. Und auch während den Wachstumsschüben des Babys steigert sich sein Stillrhythmus. Nach wenigen Tagen hat sich Deine Brust auf den Mehrbedarf eingestellt (Angebot-Nachfrage-Regulation).